Professur E-Commerce / E-Business

Reallabor Nahversorgung

2023 - 2027

Das Projekt „Jena Universities as LivingLabs – Reallabor Nahversorgung“ wurde im Rahmen von Nucleus Jena entwickelt, um innovative Konzepte für die Nahversorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu fördern. Ziel ist es, durch digitale Transformationsprozesse im Handel die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs nachhaltig zu verbessern.

Das bereits etablierte Konzept des „Innovation LivingLab“ wird auf das Reallabor Nahversorgung übertragen. Hierbei werden neue Technologien und Dienstleistungen in einem physischen Container, welcher als modulares veränderbares Reallabor an der EAH Jena entwickelt und getestet wird, gebaut. Diese Containerlösung ermöglicht es, einen flexiblen und anpassbaren Einkaufsort zu schaffen, der unabhängig von festen Gebäuden ist. So können Nutzungs- und Interaktionsprozesse optimal an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden.

In der ersten Phase des Projekts wird das container-basierte Reallabor an der EAH Jena aufgebaut und mit sowohl neuen als auch bereits auf dem Markt verfügbaren Technologien ausgestattet. Ziel ist es, diese Technologien anwenderorientiert zu untersuchen und in einem realitätsnahen Umfeld zu demonstrieren. Das Reallabor fungiert als Showroom, der die Interaktion und das Feedback der Nutzer in die Entwicklungsprozesse einbezieht.

In der zweiten Phase wird das Konzept vor Ort in einer Thüringer Region umgesetzt. Hier können Anwender neue Anwendungen, wie Self-Services im Bereich Zugang, Kasse und Warenausgabe, erproben und aktiv mitgestalten. Durch diese direkte Einbindung der Nutzer wird die Akzeptanz der Technologien erhöht und ein schnellerer Transfer in die Gesellschaft ermöglicht.

Das Reallabor fungiert dabei als lernende Organisation, die es Nutzern ermöglicht, komplexe Prozesse und neue Technologien durch erlebbare und ausprobierbare Anwendungsfälle kennenzulernen. Entwickler können direkt validieren, ob die innovative Lösung von den Nutzern wie vorgesehen verstanden, akzeptiert und verwendet wird. Dadurch werden nicht nur neue Technologien getestet, sondern auch innovative Methoden eines integrierten Anforderungs- und Entwicklungsmanagements validiert.

Langfristig soll durch den Aufbau einer Community das Konzept des Reallabors Nahversorgung vertieft und verstetigt werden. Veranstaltungen in Thüringen und mittelfristig auch in Mitteldeutschen Kommunen sollen Kommunen, potenzielle Anwender, regionale Wirtschaft und Technologieunternehmen zusammenbringen. Ziel ist es, einen ganzheitlichen Austausch zu ermöglichen und die Zukunft der Nahversorgung gemeinsam zu gestalten.

Das Projekt adressiert die gesellschaftliche Herausforderung des demografischen Wandels und die damit verbundene Nahversorgung im ländlichen Raum. Es soll als Modellvorlage für die Umsetzung in anderen ländlichen Regionen dienen und einen umfassenden Austausch zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Stakeholdern ermöglichen.

Unser Ziel

Das Projekt „Jena Universities as LivingLabs – Reallabor Nahversorgung“ verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  1. Transformation und Innovation im Handel:

Ziel ist es, die digitale Transformation im Handel voranzutreiben und innovative Ansätze zu entwickeln. Durch die Einrichtung eines container-basierten, modular veränderbaren Reallabors an der EAH Jena sollen neuartige Technologien und Dienstleistungen erprobt und nutzerorientiert gestaltet werden. Diese Ansätze werden dann in einer Thüringer Region umgesetzt, um die Akzeptanz und Anpassung an lokale Bedürfnisse zu erhöhen.

  1. Partizipation und Feedback:

Ein zentrales Ziel ist die Einbeziehung von Kunden, Mitarbeitern und Management in den Entwicklungsprozess. Dadurch sollen bedarfsgerechte Lösungen identifiziert und entwickelt werden. Nutzerfeedback wird direkt an Wissenschaft und Technologieunternehmen zurückgespiegelt, um die Usability und Akzeptanz der Lösungen zu verbessern.

  1. Nachhaltige Nahversorgung:

Das Projekt zielt darauf ab, innovative Konzepte für eine nachhaltige, konzernunabhängige und dezentrale Nahversorgung zu entwickeln. Diese Konzepte sollen an die regionalen Bedürfnisse angepasst sein und eine stabile Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs sicherstellen.

  1. Community und Netzwerkbildung:

Langfristig wird der Aufbau einer Community angestrebt, um das Konzept des Reallabors Nahversorgung zu vertiefen und zu verstetigen. Im späteren verlauf sollen Veranstaltungen in Thüringen und mittelfristig auch in Mitteldeutschen Kommunen stattfinden, um Kommunen, potenzielle Anwender, regionale Wirtschaft und Technologieunternehmen zusammenzubringen. Dadurch soll ein umfassender Austausch ermöglicht und die Zukunft der Nahversorgung gemeinsam gestaltet werden.

  1. Modellvorlage für ländliche Regionen:

Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines Konzeptes, das als Modellvorlage für die Nahversorgung in ländlichen Regionen dient. Das Reallabor soll als Bindeglied zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Stakeholdern fungieren und einen umfassenden Austausch ermöglichen, um die Herausforderungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum anzugehen.

  1. Erfahrungsaustausch und Entwicklung neuer Anwendungen:

Das Projekt strebt die Schaffung eines Transfernetzwerks an, das den Erfahrungsaustausch und die Entwicklung neuer Anwendungsfälle sowie operationalisierbarer Methoden der Digitalisierung und Transformation fördert. Dieses Netzwerk soll zur kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung der entwickelten Lösungen beitragen.

 

Fördergeber